Deine Geschichte

Hallo. Hier darfst du mir nun deine Geschichte erzählen. Ich fände es total interessant mal zu hören, was bei dir/euch eigentlich los ist. Ich lege mal los mit einer ausführlicheren Version meiner Geschichte als beim About me.
Ich freue mich über jede eurer Geschichten :)

!! Aber Achtung, manche Geschichten hier können nichts für schwache Nerven sein !!

Ich bin Maddie Rose. bin 18 1/2 Jahre alt, habe eine braunrote Haare, Piercings, rauche und habe einen BMI von ca 24. Ich bin also nicht gerade schlank, eher im Gegenteil. die letzten Monate hatte ich ziemlich viel zutun mit Schule und Praktikum, daher hat mich mein Gewicht nicht wirklich interessiert, aber so 5 Kilo abnehmen wäre nicht schlecht. Ich habe 2011 schon 13 Kilo abgenommen und war da ziemlich stolz auf mich. Die 13 Kilo kamen auch nicht mehr wieder drauf, nur ich habe die nächsten 10 Kilo eben falsch abgenommen, sprich mit übergeben und nichts essen.

Im Mai 2011 war ich ebenfalls in einer Psychatrie wegen Selbstmordversuchen, Depressionen und Svv. Dort war ich 3 Monate auf einer geschlossenen Station und dann im Winter nochmal 2 Monate auf einer offenen Station. Ich bin in der Zeit von einem Gymnasium auf eine Realschule gewechselt um einen guten Abschluss zu bekommen. Zur Zeit mache ich mein Fachabitur in Soziales und Gesundheit und bin nun im 2. und letzten Jahr davon. Danach mache ich eine Ausbildung zur Erzieherin.



Nun zu meiner Geschichte. Ich war schon immer ein bisschen dicker als alle anderen Kinder und das hat mich auch jeder spüren lassen. Ich wurde schon immer und überall gemobbt. Am schlimmsten war es auf dem Gymnasium, weil ich dort sogar von meinen Lehrern als fettes Kind bezeichnet wurde. In meiner Familie war ich immer gut aufgehoben, klar machte meine Mutter sich sorgen um mich, doch als sich herausstellte, dass mein kleiner Bruder Autist ist bzw. das Asperger Syndrom hat  (wer nicht weiß was das ist: google ist dein freund) wurde ich etwas vernachlässigt, was ich meinen Eltern aber auch niemals vorwerfen würde. Ich fing an mit meinen Problemen anders umzugehen. Ich fing an mir erst mit einer Schere etwas über die Haut zu ratschen, dass es weh tat. So sah man keine Narben, doch irgendwann reichte es nicht mehr, ich fing an mich zu schneiden. 5 Monate bekam dies niemand mit, bis meine beste Freundin Lia es sah. sie meinte ich sollte umbedingt zu meiner Hausärztin gehen weil die Schnitte ziemlich tief waren. Also ging ich zu ihr und Lia begleitete mich. Meine Hausärztin war entsetzt und meinte ich sollte es umbedingt meinen Eltern sagen. Überemotional und 13 wie ich war zeigte ich es meiner Mutter provokant anstatt es ihr zu sagen. sie brachte mich zu einer Therapeutin, die mich erst einwiesen lies, was aber nichts brachte, und dann Antidepressiva verschrieb. eines Tages nahm ich dann zu viele auf einmal und machte einen Selbstmordversuch. ich kam also auf die Geschlossene. Dort lernte ich einen Typen kennen. Sagen wir mal er schien nett zu sein, doch es stellte sich ganz anders raus. Im endeffekt vergewaltigte er mich bei meinem 2. Aufenthalt im Winter (den ich machen musste, weil meine beste Freundin Lia sich umgebracht hatte) und ich versuchte mich wieder einen Tag nach meinem  16. Geburtstag in der Klinik umzubringen.  2 Wochen später wurde ich entlassen und alles schien wieder gut. Ich kam auf eine neue Schule, in eine Mädchenklasse und wurde nicht mehr gemobbt. keine aus meiner ´Klasse wusste von der ganzen Geschichte und das ist auch immernoch besser so.
Momentan bin ich, wie seit 2 Jahren fast durchgehend, single, aber es bahnt sich was an, was ziemlich perfekt werden kann. Und wenn nicht, habe ich die beste Freundin, die man sich nur wünschen kann, sie hat mich ab der Zeit nach der Klinik begleitet, ich konnte ihr direkt alles erzählen und sie hat mich immer wieder Stark gemacht, wenn ich Rückfälle hatte.

Hauptsache heute geht es mir gut und ich kann über alles was damals geschehen ist offen reden.  Wenn man an diesem Punkt angekommen ist, glaube ich, hat man es geschafft und alles überwunden. Mittlerweile schaffe ich es sogar Menschen, die mir sehr wichtig sind Dinge zu sagen, die mich Stören oder gerade sehr Beschäftigen, sodass ich nichtmehr in die Schleife reinkomme, mit niemandem über meine Sorgen zu reden.

Klingt jetzt vielleicht eingebildet, aber ich bin total stolz auf mich.


So und jetzt bist du dran, erzähle mir deine Geschichte.

Kommentare:

  1. Geschichte in den Kommentar? Ich mach das einfach mal :-)
    Meine Geschichte zieht sich eigentlich durch mein ganzes Leben, so richtig bergab ging es aber im Januar 2011. Ich erinnere mich gut daran und bis heute beschäftigt mich das.
    Ich war Teil einer großen Clique, die eigentlich alle auch in meine Klasse gingen. Ich war der "Sonnenschein" für alle, immer gut drauf, immer hilfsbereit und immer bereit mir den Balast aller anderen mit auf die Schultern zu laden. In meiner Vergangenheit hatte ich es nicht immer leicht, mein Elternhaus ist wirklich kompliziert und das Verhältnis zu meiner Familie war entweder sehr schlecht oder nicht vorhanden.
    Am 05.März 2011 eskalierte alles. Ich betrank mich bei einem Faschingsumzug. Die Wochen davor überlegte ich schon, wie es wäre wenn ich mich einfach umbringen würde und wie ich das am besten machen sollte. Ich hatte das Gefühl, dass ich mein ganzes Leben nicht mehr aushalte, es fühlte sich einfach zu schlimm an. An diesem Abend brach ich zusammen und zwei meiner besten Freunde wollten mich nach Hause bringen. An einer Kreuzung telefonierte ein Freund und die andere Stand neben mir. Auf einmal rannte ich los und warf mich vor ein Auto, in der Hoffnung es würde alles einfach aufhören. Ich erinnere mich nicht mehr an alles, denn ich war schwer verletzt und hatte schlimme Kopfverletzungen. Ich wollte einfach nur noch sterben.
    Ich habe es - zum Gück aus heutiger Sicht - überlebt. Mit mehreren Prellungen, Hirnblutung, Schleudertrauma und dreifachem Beckenbruch.
    Ich war kurz davor mein Abi zu machen. Ich wollte mir selbst da noch nicht eingestehen, dass ich ein Problem hatte. Ich weigerte mich in eine Klinik zu gehen, aber wurde mehr oder minder von den Ärzten gezwungen. Und dort blieb ich dann 6 Monate. Danach versuchte ich wieder mein Leben aufzunehmen und in die schule zu gehen. Doch es gelang nicht, mir ging es immernoch schlecht. Ich hatte bis auf Depsressionen noch keine Diagnose und ich fühlte mich schon immer irgendwie anders und seltsam. Zudem gehörte Selbstverletzung zur TAGES Ordnung. Dann kam es: Borderline. Und ich war dann noch einmal 1 Jahr in einer Tagesklinik. Darauf dann nochmal 1 1/2 Jahre Reha zur berufseingliederung.
    Ich habe in der ganzen Zeit viel schlimmes durchlebt, Magersucht, Missbrauch, Vergewaltigung, Tablettenmissbrauch,... und trotzdem: Ich habe es überlebt, und geschafft mein Leben in den Griff zu bekommen. Ich habe tagtäglich mit mir zu kämpfen, und manchmal fällt mir mein Leben unheimlich schwer. Aber ich raffe mich immer wieder auf. Jetzt habe ich zwar kein abi, aber ich habe eine Ausbildung, ich wohne seit 1 Jahr mit meinem Freund zusammen und habe einen stabilen, validierenden Freundeskreis, die mich lieben und unterstützen.
    Das ist die kürzeste Kurzfassung der Geschichte. Und manchmal, wenn es mir wieder mal alles zu viel wird, dann denke ich an die Rasierklingen. aber dann muss ich auch an die Konsequenzen denken. An die Narben, die ich heute verstecken muss. An die Momente, in denen ich angestarrt werde, wegen der Narben. an das Gefühl der Scham und den Selbsthass der nach dem kurzen Moment der Erleichterung eintritt. Und dann denke ich mir immer: Diese paar Sekunden der Erleichterung sind es nicht wert. Nicht eine einzige Sekunde davon ist es wert mich wieder zu verletzten. Auch wenn ich dann an andere Möglichkeiten denke, wie Tabletten schlucken: Ich will mich nie wieder in dieser Situation sehen, nie wieder diese Scham fühlen, wenn deine Lieben um dich stehen und alles was du in ihren Augen siehst ist: "Warum?"

    Heute geht es mir gut, nicht immer super, aber gut. Ich stehe mit beiden Beinen im Leben und bin einfach nur froh, dass ich am Leben bin.

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    1. hey :) sorry hab es die letzten wochen nicht so geschafft hier nachzusehen.
      ich bin echt begeistert von deiner stärke & froh, dass du das alles überstanden hast.
      es hört sich gut an, wie du nun über das alles schreibst.
      es scheint dir wirklich besser zu gehen.
      ich glaube du bist ein echt starker mensch, nicht viele schaffen das! kannst echt stolz auf dich sein :)
      leute wie du (und ich) sind die menschen, die anderen hoffnung geben, die es noch nicht schaffen konnten depression/selbstverletzung etc. zu überwinden.
      LG Maddie

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